Künstliche Intelligenz in der Schweiz: Recht, Datenort, Anbieter
Künstliche Intelligenz in der Schweiz hat kein eigenes Gesetz. Es gilt das revidierte Datenschutzgesetz, in Kraft seit dem 1. September 2023, und es ist technologieneutral formuliert: Sobald ein KI-System Personendaten bearbeitet, greift es unmittelbar. Vectoryon ist eine Schweizer KI-Plattform der k-innovations GmbH mit Sitz in Recherswil und Büro in Bern, ab CHF 49 pro Person und Monat, mit Datenhaltung in der Schweiz und der EU. Diese Seite erklärt die Rechtslage, worauf bei der Anbieterwahl zu achten ist und wo der Datenort wirklich zählt.
Der Text richtet sich an Personen, die im Betrieb über den Einsatz entscheiden müssen und dafür die Pflichten kennen wollen, nicht die Schlagworte. Rechtsberatung ist er nicht. Wer wissen will, welche Aufgaben sich rechnen, findet das unter Künstliche Intelligenz für KMU. Wer die Begriffe sortieren will: Was ist ein KI-Assistent? und Was ist ein KI-Agent?.
Welche Regeln in der Schweiz gelten
Die Schweiz hat kein KI-Gesetz. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte hält fest, dass das revidierte Datenschutzgesetz technologieneutral ist und darum direkt auf künstliche Intelligenz angewendet wird. Solange ein System keine Personendaten bearbeitet, fällt es weder unter dieses Gesetz noch in die Zuständigkeit der Aufsicht. Sobald Personendaten im Spiel sind, gilt es vollständig.
Drei Pflichten betreffen den Alltag am stärksten. Erstens Transparenz: Betroffene müssen erfahren, dass und wozu Daten bearbeitet werden. Zweitens das Widerspruchsrecht gegen rein automatisierte Entscheide mit erheblicher Wirkung. Drittens die Datenschutz-Folgenabschätzung nach Artikel 22, nötig bei Bearbeitungen mit hohem Risiko für Persönlichkeit oder Grundrechte. Artikel 7 verlangt zusätzlich Privacy by Design, also Datenschutz ab der Planung und Voreinstellungen, die auf das Notwendige beschränken.
Die Schweiz hat im März 2025 die KI-Konvention des Europarats unterzeichnet. Die Umsetzung ins Landesrecht läuft, eine Vorlage soll bis Ende 2026 erarbeitet werden. Für heutige Entscheide ändert das nichts, für Verträge mit mehrjähriger Laufzeit ist es ein Punkt auf der Liste.
Zu den Sanktionen ein Hinweis, der oft falsch verstanden wird: Das revidierte Datenschutzgesetz kennt keine Unternehmensbussen wie die europäische Grundverordnung. Bussen bis CHF 250’000 richten sich gegen verantwortliche natürliche Personen. Das verschiebt das Risiko von der Firmenkasse zur Person, die entschieden hat.
Warum der Datenort zählt, und wann nicht
Eine Bekanntgabe von Personendaten ins Ausland ist nicht ohne weiteres erlaubt. Sie setzt voraus, dass das Zielland ein angemessenes Schutzniveau bietet, oder sie braucht zusätzliche Garantien. Die Vereinigten Staaten haben aus Schweizer Sicht kein generelles Angemessenheitsniveau; die Aufsicht anerkennt jedoch das Swiss-U.S. Data Privacy Framework für zertifizierte Empfänger. Nach Artikel 19 Absatz 4 muss über eine Bekanntgabe ins Ausland informiert werden, und zwar mit Nennung des Zielstaats.
Liegen die Daten in der Schweiz, entfällt die Frage des Drittlandtransfers von vornherein. Das ist der eigentliche Vorteil, nicht ein Gefühl von Sicherheit. Es verkürzt die Prüfung, die sonst jede Bearbeitung einzeln begründen müsste.
Wo der Datenort rechtlich zwingend wird: Lohndaten, Personaldossiers, Gesundheitsangaben, Mandantenunterlagen, alles unter Berufsgeheimnis. Bei Anwaltschaft, Treuhand und Medizin ist die Frage nicht, ob es bequem ist, sondern ob der Einsatz überhaupt zulässig ist.
Bei Aufgaben ohne Personenbezug verlangt das Gesetz keinen Schweizer Datenort. Eine Übersetzung, eine Formelfrage, eine allgemeine Recherche fallen nicht unter das Datenschutzgesetz. Ein Schweizer Betrieb bleibt dennoch sinnvoll, und zwar aus Gründen, die nichts mit Datenschutz zu tun haben: Geschäftsgeheimnisse stecken auch in Texten ohne Namen, etwa in einer Preisstrategie oder einem Konstruktionsdetail. Eine Rechtsbeziehung nach schweizerischem Recht ist im Streitfall einfacher durchzusetzen. Und wer eine Umgebung für alle Aufgaben nutzt, spart sich die Einzelfallprüfung, welche Anfrage nun wohin darf.
Diese Unterscheidung ist darum keine Kostenfrage, sondern eine Risikofrage. Der rechtliche Zwang gilt nur für Personendaten. Der betriebliche Nutzen einer Verarbeitung in der Schweiz gilt breiter.
Wo Vectoryon die Daten hält
Vectoryon wird von der k-innovations GmbH betrieben, Hüseliring 20, 4565 Recherswil im Kanton Solothurn, UID CHE-245.591.828. Das Büro liegt am Waldhöheweg 33 in 3013 Bern.
Die Daten werden in der Schweiz und der EU bearbeitet und gespeichert. Es gibt keine Weitergabe an Empfänger in Drittländern, und es kommen bewusst keine US-Dienste zum Einsatz. Die Datenbank und der Betrieb der Plattform liegen in schweizerischen Rechenzentren, ein Teil der Verarbeitung erfolgt in der EU. Mit allen Auftragsverarbeitern bestehen Verträge nach Artikel 9 des revidierten Datenschutzgesetzes und Artikel 28 der europäischen Grundverordnung. Die vollständige Liste der Auftragsverarbeiter mit ihren Regionen steht in der Datenschutzerklärung.
Wer den eigenen Microsoft-Tenant anbindet, wählt die Region selbst, Schweiz oder EU, und die Daten bleiben dort. Mit der Verbindung gelten zusätzlich die Vertragsbedingungen von Microsoft samt Zusatz zum Datenschutz.
Was das nicht ist: eine Zusage, dass jedes Byte ausschliesslich die Schweiz berührt. Teile der Verarbeitung liegen in der EU, und das steht offen in der Datenschutzerklärung. Wer eine reine Schweizer Kette ohne EU-Anteil braucht, soll danach fragen, statt es anzunehmen.
Vier Datenarten und was sie verlangen
Die Einordnung ist eine Arbeitshilfe, keine Rechtsauskunft. Im Zweifel entscheidet die Fachperson.
| Datenart | Beispiel | Was das Gesetz verlangt | Was im Betrieb zusätzlich zählt |
|---|---|---|---|
| ohne Personenbezug | Werbetext, Formelfrage | keine Vorgabe zum Datenort | Geschäftsgeheimnis, Vertragsrecht |
| gewöhnliche Personendaten | Kundenname, Adresse | Auftragsbearbeitungsvertrag, Transparenz | wer im Haus darf zugreifen |
| besonders schützenswert | Gesundheit, Lohn, Religion | Datenort geklärt, Folgenabschätzung prüfen | Protokoll jeder Abfrage |
| Berufsgeheimnis | Mandantenakte, Patientenakte | Datenort geklärt, Einwilligung prüfen | Standesregeln, Zugriffskonzept |
Private und kostenlose Konten grosser Chatdienste bringen keinen Auftragsbearbeitungsvertrag mit und sind für die unteren drei Zeilen ungeeignet. Geschäftsverträge derselben Anbieter sehen anders aus und sind einzeln zu prüfen.
Wo diese Seite und wo Vectoryon an die Grenze kommt
- Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Für die Beurteilung eines konkreten Falls braucht es eine Fachperson.
- Vectoryon hält Daten in der Schweiz und der EU, nicht ausschliesslich in der Schweiz. Die Regionen je Dienstleister stehen in der Datenschutzerklärung.
- Eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Artikel 22 kann uns niemand abnehmen. Sie gehört zum Betrieb, der die Daten verantwortet.
- Vectoryon erstellt keine Verzeichnisse der Bearbeitungstätigkeiten und kein Zugriffskonzept für den Kundenbetrieb.
- Der Assistent entscheidet nicht selbstständig. Nach aussen wirksame Schritte gehen vorher über einen Menschen.
- Vectoryon erzeugt keine Bilder und keine Videos und führt keine Buchhaltung.
Details
Woran man einen tauglichen Anbieter erkennt
Erste Frage: Gibt es überhaupt einen Auftragsbearbeitungsvertrag? Wer Personendaten in ein fremdes KI-System gibt, lässt dort im Auftrag bearbeiten. Artikel 9 verlangt dafür eine vertragliche Grundlage, welche Datensicherheit regelt und Unterauftragnehmer benennt. Bei privaten Chatbot-Abos gibt es diesen Vertrag typischerweise nicht. Die Verantwortung bleibt in jedem Fall beim eigenen Betrieb, auch bei einem guten Vertrag.
Zweite Frage: Werden Eingaben zum Training verwendet? Bei mehreren Anbietern ist das in Gratisstufen und Privatkonten der Standard, sofern man es nicht abschaltet. Die Antwort gehört schriftlich in den Vertrag, nicht in eine Verkaufsfolie.
Dritte Frage: Welche Regionen, und wer sind die Unterauftragnehmer? Ein Anbieter, der diese Liste nicht nennen kann, ist kein tauglicher Partner für Personendaten. Die Liste gehört öffentlich, nicht auf Anfrage.
Vierte Frage: Gibt es ein Protokoll der Zugriffe? Ohne Protokoll lässt sich später nicht belegen, welche Daten in eine Antwort eingeflossen sind. Für Bereiche mit Berufsgeheimnis ist das die Voraussetzung, nicht eine Zusatzfunktion.
Fünfte Frage, die oft fehlt: Wer haftet, wenn das Modell etwas Falsches behauptet und jemand danach handelt? Die nüchterne Antwort lautet fast immer: der Betrieb, der es eingesetzt hat. Darum bleibt die Freigabe durch einen Menschen der wichtigste Schutzschalter.
Der EU AI Act und Schweizer Betriebe
Der EU AI Act gilt nicht direkt für Schweizer Unternehmen. Er kann sie dennoch erreichen, wenn ein KI-System oder dessen Ergebnisse im EU-Markt angeboten werden. Die Pflichten greifen gestaffelt zwischen Februar 2025 und August 2027.
Praktisch heisst das: Ein Betrieb, der nur in der Schweiz arbeitet, hat hier keine Aufgabe. Ein Betrieb, der Kunden in der EU bedient oder Ergebnisse dorthin liefert, prüft, ob sein Anwendungsfall unter die Risikoklassen fällt.
Als Rahmen für die eigene Ordnung bietet sich ISO/IEC 42001 an. Diese Norm bildet zentrale Anforderungen strukturell ab: Risikomanagement, Daten-Governance, Transparenz und menschliche Aufsicht. Sie ist keine Pflicht, sie erspart aber, die Struktur selbst zu erfinden.
Was in der Schweiz gesucht wird, und was das bedeutet
Aus einer Keyword-Messung vom 27. August 2026 für den Schweizer Markt: der Begriff "künstliche intelligenz schweiz" hat 210 Suchen pro Monat, "ki beratung schweiz" 50 bei einem Klickpreis von CHF 22.73, "ki agentur schweiz" 30 bei CHF 20.53. Die ausgeschriebene Form schlägt die Abkürzung deutlich.
Bemerkenswert ist, was kein Volumen hat: "ki hosting schweiz", "schweizer ki plattform", "ki datenschutz schweiz" und "ki ohne usa" liegen alle bei null messbaren Suchen. Der Souveränitätswinkel überzeugt im Verkaufsgespräch, aber es googelt kaum jemand danach.
Daraus folgt eine ehrliche Einordnung dieser Seite: Sie ist als Belegdokument gebaut, für Gespräche und für die Frage, die Interessenten heute einem Sprachmodell stellen, nämlich welche KI sich in der Schweiz für schützenswerte Daten einsetzen lässt. Als grosse Verkehrsquelle taugt der Standortwinkel nicht, und wir behaupten das auch nicht.
Häufige Fragen
Gibt es in der Schweiz ein KI-Gesetz?
Nein. Es gilt das revidierte Datenschutzgesetz, in Kraft seit dem 1. September 2023. Es ist technologieneutral formuliert und greift, sobald ein KI-System Personendaten bearbeitet. Die Schweiz hat im März 2025 die KI-Konvention des Europarats unterzeichnet, eine Umsetzungsvorlage soll bis Ende 2026 erarbeitet werden.
Darf ich ChatGPT im Schweizer Betrieb nutzen?
Für Aufgaben ohne Personenbezug ja. Sobald Personendaten hineingehen, braucht es eine vertragliche Grundlage nach Artikel 9, also einen Auftragsbearbeitungsvertrag. Bei Privat- und Gratiskonten gibt es diesen Vertrag typischerweise nicht. Für besonders schützenswerte Daten und Berufsgeheimnis ist davon abzusehen.
Müssen die Daten in der Schweiz liegen?
Das Gesetz schreibt keinen Schweizer Datenort vor. Es verlangt, dass eine Bekanntgabe ins Ausland nur erfolgt, wenn das Zielland angemessenen Schutz bietet oder zusätzliche Garantien bestehen, und dass über die Bekanntgabe samt Zielstaat informiert wird. Daten in der Schweiz zu halten, erspart diese Prüfung. Unabhängig vom Gesetz sprechen betriebliche Gründe dafür: Geschäftsgeheimnisse stecken auch in Unterlagen ohne Personennamen, und eine Rechtsbeziehung nach schweizerischem Recht ist im Streitfall einfacher durchzusetzen.
Wo hält Vectoryon die Daten?
In der Schweiz und der EU, ohne Weitergabe in Drittländer und ohne US-Dienste. Datenbank und Plattformbetrieb liegen in schweizerischen Rechenzentren, ein Teil der Verarbeitung erfolgt in der EU. Die vollständige Liste der Auftragsverarbeiter mit ihren Regionen steht in der Datenschutzerklärung.
Wie hoch sind die Bussen bei einem Verstoss?
Bis CHF 250’000, und zwar gegen verantwortliche natürliche Personen, nicht gegen das Unternehmen. Das unterscheidet das revidierte Datenschutzgesetz von der europäischen Grundverordnung, die Bussen gegen Unternehmen kennt.
Gilt der EU AI Act für Schweizer Firmen?
Nicht direkt. Er kann greifen, wenn KI-Systeme oder deren Ergebnisse im EU-Markt angeboten werden. Die Pflichten treten gestaffelt zwischen Februar 2025 und August 2027 in Kraft. Als Ordnungsrahmen bietet sich ISO/IEC 42001 an.
Brauche ich eine Datenschutz-Folgenabschätzung?
Nach Artikel 22 dann, wenn die Bearbeitung ein hohes Risiko für Persönlichkeit oder Grundrechte mit sich bringen kann. Das ist bei besonders schützenswerten Daten und bei umfangreicher automatisierter Auswertung zu prüfen. Die Abschätzung bleibt Aufgabe des verantwortlichen Betriebs.
Weiterlesen
- Künstliche Intelligenz für KMU Welche Aufgaben sich rechnen, was die Einführung kostet.
- Was ist ein KI-Assistent? Definition, Abgrenzung zu Agent und Chatbot, Grenzen.
- Was ist ein KI-Agent? Wie ein Agent Werkzeuge aufruft und wo der Mensch entscheidet.
- KI-Tools im Überblick Acht Werkzeuge nach Aufgabe, Preis und Datenort.
- Datenschutzerklärung Alle Auftragsverarbeiter mit Regionen und Rechtsgrundlagen.
- KI im Treuhandbüro Belege lesen und Buchungen vorbereiten, mit Grenzen.
- Preise Die aktuellen Stufen ab CHF 49 pro Person und Monat.