Apertus nutzen: das Schweizer KI-Modell und seine Alternativen

Dominic KunzDominic Kunz, FounderStand:

Apertus ist ein offenes Sprachmodell aus der Schweiz, entwickelt von ETH Zürich, EPFL und dem Nationalen Hochleistungsrechenzentrum CSCS. Es steht unter der Lizenz Apache 2.0, kam am 2. September 2025 heraus und liegt seit Juli 2026 in der Version 1.5 vor, mit 8 und 70 Milliarden Parametern (ETH Zürich, swissinfo). Vectoryon betreibt offene Modelle in der Schweiz. Apertus 1.5 70B läuft bei Vectoryon über ein Schweizer Rechenzentrum, neben Qwen, Kimi, Mistral und GLM.

Diese Seite ordnet Apertus ehrlich ein: was das Modell gut kann, wo es heute hinter anderen offenen Modellen liegt und warum für den Datenschutz der Ort der Verarbeitung zählt, nicht die Herkunft des Modells. Alle Zahlen stammen aus den verlinkten Quellen. Eigene Messungen von Vectoryon gibt es dazu noch keine.

Was kann Apertus gut?

Apertus ist stark bei Sprachen. Das Modell wurde auf über 1'000 Sprachen trainiert, auch auf viele Sprachen, die in grossen kommerziellen Modellen kaum vorkommen (swissinfo). Für ein mehrsprachiges Land wie die Schweiz ist das ein echter Vorteil.

Bei der Übersetzung zeigt sich das in Zahlen. Beim Übersetzen von Gerichtsentscheiden lag Apertus 70B vor 16 anderen getesteten Modellen (swissinfo). Auch bei Verwaltungsfragen schneidet es gut ab: Im MÖVE-Benchmark, der Fragen aus der öffentlichen Verwaltung prüft, belegte Apertus beim Beantworten Platz 3 von 39 Modellen (swissinfo).

Der dritte Punkt ist die Transparenz. Bei Apertus sind die Gewichte, die Trainingsdaten und das Trainingsrezept offen dokumentiert (ETH Zürich, arXiv). Du kannst nachlesen, woraus das Modell gelernt hat. Bei den meisten anderen Modellen, auch bei offenen, ist das nicht der Fall. Die Modellkarte liegt auf Hugging Face.

Das Interesse ist gross. Apertus wurde rund 4 Millionen Mal heruntergeladen (swissinfo).

Wo liegt Apertus heute hinter anderen offenen Modellen?

Bei Mathematik, Programmieren und Agenten-Aufgaben liegen die grossen offenen Modelle vorn. Im Vergleich mit Llama 3.1 70B, einem offenen Modell gleicher Grösse, erreicht Apertus 70B im Wissenstest MMLU 69.6 Prozent gegenüber 83.6 Prozent. In der Mathematik-Prüfung GSM8K steht es 77.6 zu 95.1, im Code-Test HumanEval 73.0 zu 80.5 (swissinfo, Liip).

Auch beim Zusammenfassen ist Apertus schwächer als bei Fragen. Im MÖVE-Benchmark kam es beim Zusammenfassen auf Platz 10 (swissinfo). Die Schweizer Digitalagentur Liip hat Apertus acht Monate lang geprüft und setzt es bei Kunden noch nicht ein (Liip).

Die Entwickler ordnen das selbst ein. Apertus ist als Basismodell für Forschung, Firmen und Verwaltung gedacht, nicht als Konkurrent zu ChatGPT (swissinfo). Wer es an ChatGPT misst, misst es an einem Ziel, das es nie hatte. Das schmälert den Wert des Projekts nicht. Ein offenes, nachvollziehbares Modell aus Schweizer Forschung ist eine wichtige Grundlage.

Für die Arbeit im Betrieb heisst das: Andere offene Modelle wie Qwen, Kimi, Mistral und GLM laufen bei Vectoryon ebenfalls in der Schweiz. Sie stammen nur nicht aus der Schweiz. Für Analyse, Code und lange Dokumente sind sie heute oft die bessere Wahl.

Schweizer Modell oder Modell in der Schweiz?

Für den Datenschutz zählt, wo deine Daten verarbeitet werden. Wer das Modell trainiert hat, spielt dafür keine Rolle. Das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG), seit dem 1. September 2023 in Kraft, fragt nach Bearbeitung, Bekanntgabe ins Ausland und Auftragsverarbeitung. Ein Modell aus China oder Frankreich, das auf einem Server in der Schweiz läuft, schickt deine Daten nicht ins Ausland. Ein Schweizer Modell auf einem Server in den USA tut es.

Beide Wege sind deshalb möglich. Du kannst ein Schweizer Modell wählen, weil dir Herkunft und offene Trainingsdaten wichtig sind. Oder du wählst ein Modell in der Schweiz, weil es eine Aufgabe besser löst. In beiden Fällen bleiben die Daten bei Vectoryon in der Schweiz.

Die Tabelle zeigt die Modelle, die bei Vectoryon zur Wahl stehen, mit ihrer Stärke in Worten. Benchmark-Zahlen nennen wir nur dort, wo eine Quelle sie belegt.

Apertus 1.5 70B
HerkunftETH Zürich und EPFL, Schweiz
Datenort bei VectoryonSchweiz
StärkeÜbersetzung, Mehrsprachigkeit, Verwaltungsfragen
Qwen3.5 397B
HerkunftAlibaba
Datenort bei VectoryonSchweiz
StärkeAnalyse und Code
Kimi K2
HerkunftMoonshot AI
Datenort bei VectoryonSchweiz
StärkeLange Dokumente
Mistral Small
HerkunftMistral AI
Datenort bei VectoryonSchweiz
StärkeSchnelle Antworten
GLM-5.2
HerkunftZhipu AI
Datenort bei VectoryonSchweiz
StärkeAusgewogen für den Alltag

Datenort gilt für die Verarbeitung bei Vectoryon. Herkunft ist der Hersteller des Modells.

Wie nutze ich Apertus bei Vectoryon?

Apertus 1.5 70B läuft bei Vectoryon über ein Schweizer Rechenzentrum. Du wählst das Modell pro Firma und kannst es pro Aufgabe wechseln. Einen eigenen Server, eine Grafikkarte oder einen API-Schlüssel brauchst du dafür nicht.

Eine einfache Faustregel hilft beim Start. Für Übersetzungen und Texte in mehreren Landessprachen nimmst du Apertus. Für Auswertungen, Tabellen und Code nimmst du Qwen. Für lange Verträge oder Berichte nimmst du Kimi. Für kurze Fragen, bei denen Tempo zählt, nimmst du Mistral. Wenn du unsicher bist, ist GLM eine gute Vorgabe für den Alltag.

Das Modell arbeitet in Vectoryon mit deinen Firmendaten. In Vectoryon entstehen Präsentationen, Rechnungen und Berichte mit dem gewählten Modell. Du beschreibst, was du brauchst, und bekommst ein fertiges Dokument zum Prüfen. Die Daten dafür bleiben in der Schweiz, vom Postfach bis zum fertigen Dokument.

Den Vergleich machst du am besten selbst. Stell dieselbe Aufgabe nacheinander an zwei Modelle und lies die Antworten. So siehst du in wenigen Minuten, welches Modell für deine Arbeit passt.

Was kostet Apertus bei Vectoryon?

Vectoryon kostet CHF 49 pro Person und Monat. Alle Modelle sind inklusive, Apertus genauso wie Qwen, Kimi, Mistral und GLM. Es gibt keinen Aufpreis pro Modell und keine Abrechnung pro Token.

Die Kosten für dein ganzes Team rechnet die Preisseite aus. Wer Apertus selbst betreibt, zahlt dafür Hardware, Strom und Arbeitszeit. Das Modell selbst ist gratis.

Wo liegen die Grenzen?

  • Apertus versteht Schweizerdeutsch kaum. Liip beschreibt es dafür als praktisch unbrauchbar (Quelle: Liip, siehe Quellen unten). Schreib besser auf Hochdeutsch, Französisch oder Italienisch.
  • Apertus verarbeitet nur Text. Bilder und Ton versteht es nicht.
  • Apertus bei Vectoryon ist Stand Oktober 2026 in Einführung. Es ist verfügbar, die Erfahrungswerte aus dem Betrieb sind aber noch jung.
  • Vectoryon hat keine eigenen Benchmarks zu den Modellen. Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus den verlinkten Quellen. Die Stärken der übrigen Modelle beruhen auf Herstellerangaben und unserer Erfahrung, nicht auf einer Messreihe.
  • Bei Mathematik, Code und Zusammenfassen liegt Apertus heute hinter grossen offenen Modellen. Für diese Aufgaben ist ein anderes Modell die bessere Wahl.

Details

Kann ich Apertus selbst betreiben?

Ja. Apertus steht unter Apache 2.0 und darf frei genutzt, verändert und kommerziell eingesetzt werden. Die Modelle liegen auf Hugging Face zum Herunterladen bereit.

Die kleine Variante mit 8 Milliarden Parametern läuft auf einer einzelnen leistungsfähigen Grafikkarte. Werkzeuge wie Ollama oder vLLM machen den Start einfacher, sofern eine passende Fassung des Modells vorliegt. Für Tests und einfache Aufgaben reicht das.

Die grosse Variante mit 70 Milliarden Parametern braucht mehrere Grafikkarten aus dem Rechenzentrum. Dazu kommen Betrieb, Updates, Überwachung und Sicherheit. Selbst betreiben lohnt sich, wenn du eine eigene IT mit Erfahrung in maschinellem Lernen hast oder das Modell weiter trainieren willst. Für die meisten KMU ist ein Dienst in der Schweiz günstiger und schneller startklar.

Häufige Fragen

Ist Apertus gratis?

Ja. Apertus steht unter der Lizenz Apache 2.0 und ist frei herunterladbar. Kosten entstehen für den Betrieb: Hardware, Strom und Wartung. Bei Vectoryon ist Apertus im Preis von CHF 49 pro Person und Monat enthalten.

Ist Apertus besser als ChatGPT?

Nein, und das ist auch nicht sein Ziel. Die Entwickler sehen Apertus als offenes Basismodell für Forschung, Firmen und Verwaltung. Bei Übersetzung und Verwaltungsfragen ist es stark, bei Mathematik und Code liegt es hinter grossen offenen Modellen.

Läuft Apertus bei Vectoryon?

Ja. Apertus 1.5 70B läuft bei Vectoryon über ein Schweizer Rechenzentrum. Stand Oktober 2026 ist es in Einführung und wählbar.

Welches Modell soll ich nehmen?

Das hängt von der Aufgabe ab. Apertus für Übersetzung und Texte in mehreren Landessprachen, Qwen für Analyse und Code, Kimi für lange Dokumente, Mistral für schnelle Antworten, GLM als ausgewogene Vorgabe.

Kann ich das Modell wechseln?

Ja. Du wählst das Modell pro Firma und kannst es pro Aufgabe wechseln. Alle Modelle sind im Preis enthalten.

Wo liegen meine Daten?

In der Schweiz. Alle Modelle bei Vectoryon verarbeiten deine Daten in der Schweiz, auch die Modelle von Herstellern aus dem Ausland. Die beteiligten Dienstleister stehen in der Datenschutzerklärung.

Quellen

Die Angaben zu Apertus stammen aus diesen Quellen, abgerufen im Oktober 2026.

  1. 1swissinfo: One year on, has Swiss AI model Apertus lived up to the hype?
  2. 2swissinfo: Apertus performs ridiculously? It was misinterpreted
  3. 3Liip: Apertus after 8 months
  4. 4ETH Zürich: Medienmitteilung zu Apertus
  5. 5Hugging Face: swiss-ai/Apertus-v1.5-70B
  6. 6arXiv 2509.14233: Apertus, technischer Bericht

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