Software Fabrik
Warum Software-Fabriken die Entwicklungshäuser überholen
KI schreibt heute bis zur Hälfte des Codes. Trotzdem dauern Softwareprojekte länger als früher. Warum die Fabrik-Bauweise gewinnt und aus Monaten Tage werden.

Künstliche Intelligenz schreibt heute einen erheblichen Teil des Codes. Google gab im April 2026 an, dass 75 Prozent des neuen Codes von KI erzeugt und von Menschen freigegeben wird. GitHub misst auf seiner Plattform 46 Prozent. Über alle Firmen hinweg liegt der belastbare Bereich bei 30 bis 50 Prozent.
Man würde erwarten, dass Softwareprojekte dadurch schneller fertig werden.
Das Gegenteil ist der Fall. Der DORA-Bericht 2025, für den fast 5'000 Fachleute befragt wurden, kommt zu einem unbequemen Ergebnis: Mit mehr KI-Einsatz steigt zwar der Durchsatz. Gleichzeitig steigt die Instabilität der Auslieferung. Teams bauen schneller, aber ihre Systeme kommen mit dem Tempo nicht mit.
Stack Overflow misst dazu die Gegenprobe: 85 Prozent der Entwickler nutzen KI-Werkzeuge, aber nur 29 Prozent vertrauen dem Ergebnis. Das ist der tiefste Wert, den diese Umfrage je gemessen hat. Und 66 Prozent sagen, sie verbringen mehr Zeit damit, fast richtigen KI-Code zu reparieren, als sie mit eigenem Schreiben gebraucht hätten.
DORA hat dafür einen Namen gefunden: die Prüf-Steuer. Die Zeit, die beim Schreiben gespart wird, geht beim Kontrollieren wieder verloren.
Warum schnelleres Tippen das falsche Ziel ist
Ein Softwareprojekt in einem klassischen Entwicklungshaus besteht nur zu einem kleinen Teil aus Schreiben. Der Rest ist: Anforderungen klären, Angebot rechnen, Umgebung aufsetzen, Anmeldung bauen, Rechte vergeben, Daten anbinden, testen, absichern, ausliefern, dokumentieren, übergeben.
Wenn KI den Schreib-Teil halbiert, aber alles andere gleich bleibt, wird das Projekt nicht halb so schnell. Es wird vielleicht ein Fünftel schneller, dafür riskanter, weil mehr Code in derselben Zeit durch dieselben Prüfstellen muss.
Rechnen Sie es durch. Macht das Schreiben ein Viertel des Projekts aus und KI halbiert diesen Teil, sparen Sie ein Achtel. Aus vier Monaten werden dreieinhalb. Was der Kunde merkt, ist: immer noch Monate.
Nathen Harvey, der DORA leitet, fasst es so zusammen: Ohne eine Grundlage aus guter interner Plattform, klaren Abläufen und abgestimmten Teams erzeugt KI nur örtliche Inseln von Produktivität, die im nachgelagerten Chaos wieder verloren gehen.
Hier trennen sich zwei Wege.
Was die Prüf-Steuer im Alltag kostet
Eine Zahl aus der Forschung macht das Problem greifbar. Eine kontrollierte Studie des Instituts METR liess erfahrene Entwickler mit und ohne KI-Werkzeuge arbeiten. Die Teilnehmer schätzten sich mit KI um 20 Prozent schneller ein. Gemessen waren sie 19 Prozent langsamer.
Der Grund ist nicht schlechter Code. Die KI schreibt Code, der fast richtig ist. Und fast richtig ist die teuerste Art von Fehler: Er fällt beim Lesen nicht auf, sondern erst im Betrieb.
Dazu kommt die Sicherheit. Untersuchungen zeigen, dass KI-erzeugter Code messbar mehr Schwachstellen enthält. Wer ohne automatische Prüfung arbeitet, verlagert dieses Risiko zum Kunden.
Beides ist lösbar, aber nur mit einem Werk, das prüft, bevor etwas ausgeliefert wird. Ohne dieses Werk wird KI zum Beschleuniger für Fehler.
Der eine Weg: jedes Projekt beginnt bei null
Ein Entwicklungshaus verkauft Zeit. Jeder Auftrag ist ein eigenes Vorhaben mit eigener Umgebung, eigener Anmeldung, eigenem Rechte-System, eigener Auslieferung. Was beim letzten Kunden gebaut wurde, hilft dem nächsten selten. Es liegt in dessen Code-Ablage und gehört ihm.
Das ist nicht schlecht gearbeitet. Es ist ein Geschäftsmodell, in dem sich Wiederholung nicht auszahlt: Wer nach Aufwand abrechnet, hat wenig Grund, den Aufwand zu senken.
Für den Kunden hat das eine unangenehme Nebenwirkung. Jede Lösung steht allein, mit eigener Anmeldung und eigener Wartung. Nach fünf Jahren betreibt ein mittlerer Betrieb sechs solcher Insellösungen, die nichts voneinander wissen.
Mit KI wird dieser Weg nicht besser. Er wird schneller. Und wackliger. Denn die Menge an Code, die durch dieselben handgeprüften Stellen muss, steigt, während die Zahl der Prüfer gleich bleibt.
Der andere Weg: die Fabrik
Eine Fabrik verkauft keine Stunden. Sie hält ein Werk bereit und lässt Produkte hindurchlaufen.
Auf Software übertragen heisst das: Anmeldung, Rechte, Mandantentrennung, Datenanbindung, Protokollierung, Abrechnung, Auslieferung. All das steht bereit, bevor ein Kunde anruft. Was bei einem neuen Anliegen tatsächlich entsteht, ist nur der Teil, der wirklich neu ist.
Wir haben zwei Jahre gebraucht, um dieses Werk zu bauen. Nicht, um Software zu verkaufen, sondern um die Bauweise zu haben. Es steht bei Bern.
Der Unterschied zeigt sich an einem einfachen Beispiel. Ein Kunde möchte, dass eingehende Bestellungen automatisch bestätigt werden.
Im Entwicklungshaus: Anforderungen aufnehmen, Angebot rechnen, Projekt aufsetzen, Mail-Anbindung bauen, Datenmodell entwerfen, Oberfläche bauen, Rechte klären, testen, ausliefern, schulen. Zwei bis vier Monate.
In der Fabrik: Die Mail-Anbindung steht. Die Rechte stehen. Die Oberfläche steht. Neu ist nur die Regel, wann welche Bestellung wie bestätigt wird. Tage.
Wie ein Anliegen die Fabrik durchläuft
Damit das kein Versprechen bleibt, hier die vier Stationen, so wie es bei uns tatsächlich läuft.
Station 1: Das Anliegen wird zum Baustein. Ein Kunde beschreibt, was ihn stört. Daraus wird kein Pflichtenheft, sondern eine Liste prüfbarer Ziele: Welche Daten kommen rein? Was soll herauskommen? Woran erkennt man, dass es stimmt? Ohne diesen Schritt kann man später nicht messen, ob es funktioniert.
Station 2: Gebaut wird auf dem, was schon steht. Hier hilft KI wirklich, aber nicht, indem sie ein System von Grund auf erfindet. Sie setzt vorhandene Bausteine zusammen. Der Unterschied ist entscheidend: KI, die auf einer leeren Fläche baut, erzeugt Code, den niemand geprüft hat. KI, die auf einer geprüften Plattform baut, erzeugt Verbindungen zwischen Dingen, die bereits funktionieren.
Station 3: Geprüft wird automatisch, nicht per Bauchgefühl. Jede Änderung läuft durch dieselben Prüfstellen: Typprüfung, Test-Läufe, Sicherheitsregeln, Mandantentrennung. Bei KI-Systemen kommt eine vierte dazu: Wir zeichnen jeden Entscheidungsschritt eines Agenten auf. Wenn er etwas falsch macht, sehen wir warum, nicht bloss dass.
Das ist die Antwort auf die Prüf-Steuer. Sie verschwindet nicht, aber sie läuft automatisch statt von Hand.
Station 4: Ausgeliefert wird über denselben Weg wie immer. Kein Kunde bekommt eine Sonderlösung mit eigenem Server und eigener Wartung. Alles läuft über dieselbe Plattform, dieselbe Auslieferung, dieselbe Überwachung. Das ist langweilig. Und genau deshalb zuverlässig.
Welche Werkzeuge bereitstehen, zeigt die Werkzeug-Übersicht. Wie der Assistent damit arbeitet, steht unter KI-Assistent.
Der Punkt, den ein Entwicklungshaus nicht bieten kann
Es gibt einen Vorteil der Fabrik-Bauweise, der nichts mit Geschwindigkeit zu tun hat.
Wenn wir für einen Kunden ein Werkzeug bauen, steht es danach allen Kunden offen. Woche für Woche wächst, was jeder nutzen kann, ohne dass jemand dafür zusätzlich bezahlt.
Ein Treuhänder in Bern bekommt eine Funktion, die für einen Handwerksbetrieb in Thun entstanden ist. Ein Handelsbetrieb bekommt eine Auswertung, die ein IT-Dienstleister angestossen hat.
Ein klassisches Entwicklungshaus kann das nicht anbieten. Was es für Kunde A baut, gehört Kunde A. Bei uns gehören jedem Kunden seine Daten. Die Werkzeuge gehören allen.
Der Effekt verstärkt sich mit der Zeit. Im ersten Jahr ist eine Fabrik kaum schneller als ein gutes Entwicklungshaus, weil sie erst wenige Bausteine hat. Im dritten Jahr ist der Abstand gross, weil fast jedes Anliegen auf etwas trifft, das schon existiert. Deshalb haben wir zwei Jahre gebaut, bevor wir verkauft haben.
Für Sie heisst das: Was Sie heute bestellen, hilft nächstes Jahr jemand anderem. Und umgekehrt.
Was das für die kommenden Jahre bedeutet
Die Forschungslage ist eindeutig genug, um eine Prognose zu wagen.
DORA hat 2025 sieben Grundfähigkeiten beschrieben, die darüber entscheiden, ob KI in einem Unternehmen Nutzen bringt oder Chaos. Fast alle betreffen nicht die KI selbst, sondern das Umfeld: Qualität der internen Plattform, Klarheit der Abläufe, Abstimmung der Teams.
Anders gesagt: Der Vorsprung liegt künftig nicht bei dem, der die beste KI hat. Alle haben dieselben Modelle. Der Vorsprung liegt bei dem, der ein Werk hat, in dem KI sicher arbeiten kann.
Wer heute noch jedes Projekt bei null beginnt, wird durch KI schneller. Der Abstand zu einer Fabrik wird trotzdem grösser, nicht kleiner. Denn die Fabrik verbessert mit jedem Auftrag ihr Werk. Das Entwicklungshaus verbessert nur seine Tippgeschwindigkeit.
Wo die Grenzen liegen
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Die Fabrik-Bauweise macht nicht alles schnell.
Wenn ein Anliegen einen Baustein braucht, den es noch nicht gibt, dauert es länger. Eine Anbindung an ein Branchensystem, das niemand sonst nutzt, muss gebaut werden wie überall sonst auch. Auch bei uns.
Der Unterschied ist, dass dieser Baustein danach steht. Der nächste Kunde mit demselben System wartet nicht mehr, und der übernächste auch nicht.
Wir wissen vor Beginn, in welche Kategorie ein Anliegen fällt, und sagen es Ihnen. Ein „drei Tage", das dann drei Wochen dauert, hilft niemandem.
Zwei weitere Grenzen gehören dazu. Wer eine Lösung auf dem eigenen Server im Keller will, ist bei uns falsch. Und wir bauen nichts für Bereiche, in denen wir uns nicht auskennen: Medizintechnik, Maschinensteuerung, Bahnsicherung.
Was wir können, sind Geschäftsabläufe in kleinen und mittleren Betrieben. Angebote, Bestellungen, Zeiterfassung, Dokumente, Auswertungen, Mail. Alles, was heute in Excel und Postfächern hängt. Für einzelne Berufsgruppen haben wir das ausformuliert, etwa für Treuhand, Handwerk oder Architektur.
Was das kostet, steht offen auf der Preisseite. Keine Angebotsanfrage nötig, um eine Zahl zu sehen.
Was Sie davon haben
Wenn Sie ein kleines Ärgernis haben: eine Offerte, für die Sie Zahlen aus vier Dateien zusammensuchen, einen Bestelleingang, den niemand bestätigt, einen Bericht, den Sie jeden Freitagabend von Hand bauen: Dafür lohnte sich bisher kein Softwareprojekt.
Der Aufwand stand in keinem Verhältnis. Ein Projekt über vier Monate für ein Problem, das Sie eine halbe Stunde pro Woche kostet, rechnet sich nie. Also blieb es, wie es war. Nach fünf Jahren haben Sie ein Dutzend solcher Ärgernisse, einzeln zu klein und zusammen zu gross.
Genau das ändert die Fabrik-Bauweise. Nicht, weil wir schneller tippen. Sondern weil das meiste schon steht und Ihr Anliegen nur noch der letzte Baustein ist.
Vielleicht haben wir Ihr Problem sogar schon gelöst, weil ein anderer Kunde dasselbe gefragt hat. Und wenn nicht, lösen wir es für Sie. Nicht mehr in Monaten, sondern in Tagen.
Am schnellsten finden Sie es heraus, indem Sie es ausprobieren: Demo buchen. Wer lieber selbst zusammenstellt, nutzt den Preise. Und wer wissen will, wer dahintersteht, liest über uns.
Quellen
- Google, Anteil KI-erzeugter Code (April 2026): 75 Prozent
- GitHub, Anteil auf der Plattform: 46 Prozent
- DORA, State of AI-assisted Software Development 2025: dora.dev/dora-report-2025
- DORA, The ROI of AI-assisted Software Development (2026): dora.dev/ai/roi/report
- Stack Overflow Developer Survey: 85 Prozent Nutzung, 29 Prozent Vertrauen, 66 Prozent Nacharbeit
- METR, kontrollierte Studie zur Entwickler-Geschwindigkeit mit KI
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