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Superintelligenz

Superintelligenz: was Unternehmen heute vorbereiten

Superintelligenz gibt es noch nicht, und niemand weiss, wann sie kommt. Was ein Unternehmen heute tun kann: seine Prozesse in jeder Abteilung digital festhalten, damit KI daran andocken kann.

Vectoryon2. Oktober 20268 Min. Lesezeit

Superintelligenz bezeichnet eine künstliche Intelligenz, die den Menschen in praktisch jedem Fachgebiet deutlich übertrifft. Der Philosoph Nick Bostrom hat den Begriff 1997 so gefasst: ein Intellekt, der «viel klüger ist als die besten menschlichen Gehirne in praktisch jedem Gebiet, einschliesslich wissenschaftlicher Kreativität, allgemeiner Weisheit und sozialer Fähigkeiten» (eigene Übersetzung). Eine solche Superintelligenz gibt es heute nicht, und Vectoryon baut auch keine. Vectoryon hilft Schweizer KMU ab CHF 49 pro Person und Monat bei etwas Bodenständigerem: die eigenen Prozesse in jeder Abteilung digital festzuhalten, damit heutige KI und spätere, stärkere Systeme daran andocken können.

Was ist Superintelligenz, und wo steht die Forschung heute?

In der Diskussion über künstliche Intelligenz tauchen drei Stufen auf, die oft vermischt werden. Die erste ist spezialisierte KI: ein System, das eine Aufgabe gut kann, etwa Texte zusammenfassen, Belege auslesen oder Bilder erkennen. Die zweite ist allgemeine KI, im Englischen AGI genannt: ein System, das jede geistige Aufgabe mindestens so gut löst wie ein Mensch. Die dritte ist die Superintelligenz, die den Menschen in fast allen Gebieten weit hinter sich lässt.

Heutige Sprachmodelle gehören zur ersten Stufe, auch wenn sie breiter wirken. Sie schreiben, übersetzen, programmieren und beantworten Fachfragen auf hohem Niveau. Sie machen aber weiterhin Fehler, die ein erfahrener Mitarbeiter nicht machen würde, und sie kennen den einzelnen Betrieb nicht, solange man ihnen dessen Unterlagen nicht gibt.

Wann die nächsten Stufen erreicht werden, weiss niemand. Die grösste Umfrage dazu stammt von Katja Grace und Kollegen. Sie befragten 2'778 Forschende, die in führenden Fachkonferenzen für künstliche Intelligenz publiziert hatten. Im Mittel schätzten sie die Wahrscheinlichkeit, dass Maschinen ohne Hilfe den Menschen in jeder möglichen Aufgabe übertreffen, auf 10 Prozent bis 2027 und 50 Prozent bis 2047. Dass alle menschlichen Berufe vollständig automatisierbar werden, erwarteten sie mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit erst bis 2116.

Auffällig ist, wie stark sich solche Schätzungen bewegen. Das Jahr 2047 lag 13 Jahre früher als in derselben Umfrage ein Jahr zuvor. Das zeigt vor allem eines: Auch die Fachleute sind sich unsicher. Wer heute ein Datum für die Superintelligenz nennt, äussert eine Meinung, keine Messung.

Warum Unternehmen jetzt den Grundstein legen

Ob in zehn Jahren eine Superintelligenz existiert oder nicht, eine Regel gilt für jede Form von künstlicher Intelligenz: Ein System kann nur mit dem arbeiten, was es lesen kann. In vielen Schweizer KMU steckt das wichtigste Wissen über die eigenen Abläufe in Köpfen, in persönlichen Excel-Dateien und in alten Mailverläufen. Für ein KI-System ist dieses Wissen unsichtbar.

Die Zahlen aus der Schweiz passen dazu. Laut der KMU Mittelstandstudie 2024 von Swiss Export und Kearney, mit Raiffeisen als Partnerin, setzen 9 Prozent der befragten Schweizer KMU künstliche Intelligenz systematisch ein, 37 Prozent nutzen sie gar nicht. Die Studie nennt als wahrscheinlichen Grund fehlendes Wissen, wie man KI einsetzt und wo man anfängt. Am fehlenden Modell liegt es selten.

Der Grundstein ist deshalb unspektakulär: Jeder Betrieb beschreibt seine Prozesse digital, in jeder Abteilung und in jedem Geschäftsfeld. Im Verkauf heisst das: wie aus einer Anfrage eine Offerte wird. In der Buchhaltung: welcher Beleg wie geprüft und verbucht wird. In der Werkstatt: wie ein Auftrag vom Rapport zur Rechnung kommt. Zu jedem Schritt gehören vier Angaben: wer ihn macht, welche Unterlagen er braucht, in welchem System er stattfindet und wo ein Mensch entscheidet.

Diese Arbeit lohnt sich heute, unabhängig von jeder Prognose. Eine neue Mitarbeiterin findet sich schneller zurecht. Eine Vertretung in den Ferien weiss, was zu tun ist. Und ein KI-System, ob das heutige oder ein deutlich stärkeres, findet einen Ort, an dem es ansetzen kann. Wer wartet, bis die Technik reif ist, muss diese Vorarbeit dann trotzdem leisten, nur unter Zeitdruck.

Wie Vectoryon diesen Grundstein konkret baut

Vectoryon ist eine Schweizer Plattform für künstliche Intelligenz im Betrieb. Sie besteht aus drei Teilen, die aufeinander aufbauen.

Process hält fest, wie der Betrieb arbeitet: Prozesse, Rollen und Dokumente, über die bestehenden Systeme hinweg. Aus einem beschriebenen Prozess entstehen auf Knopfdruck Anleitungen. Damit liegt das Wissen über einen Ablauf an einem Ort und nicht mehr nur bei der Person, die ihn seit Jahren macht.

Automations übernimmt wiederkehrende Arbeit in den Systemen, die der Betrieb schon nutzt. An den Stellen, an denen ein Mensch entscheiden muss, hält der Ablauf an und wartet auf Freigabe. Jeder Lauf ist nachvollziehbar, Schritt für Schritt.

Der Workspace Agent ist ein KI-Agent pro Person. Er arbeitet in Mail, Kalender, CRM, ERP und Dateien mit, und zwar mit genau den Rechten der jeweiligen Person. Er sieht nichts, was diese Person nicht auch selbst sehen darf. Was ein KI-Agent grundsätzlich ist und wo seine Grenzen liegen, beschreibt unsere Seite KI-Agenten.

Anwendung, Dateien und das Standardmodell laufen bei Vectoryon in Schweizer Rechenzentren. Der Admin des Betriebs legt fest, welche KI-Modelle freigeschaltet sind. Jeder Schritt wird protokolliert, damit sichtbar bleibt, wer was wann freigegeben hat. Der Preis liegt bei CHF 49 pro Person und Monat, alle drei Teile inklusive.

Ein wichtiger Punkt für die Zukunft: Die Prozessbeschreibung gehört dem Betrieb, das Sprachmodell ist austauschbar. Kommt ein besseres Modell, arbeitet es mit denselben beschriebenen Abläufen weiter.

Vom Prozess zum erweiterten Geschäftsmodell

Ein digital beschriebener Prozess ist mehr als eine Dokumentation. Er zeigt, wo im Betrieb Zeit hingeht und wo Wert entsteht. Erst mit diesem Bild lässt sich die Frage stellen, die für ein Unternehmen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz wichtiger ist als jedes Werkzeug: Wofür bezahlen unsere Kunden eigentlich?

Ein Beispiel. Ein Treuhandbüro rechnet nach Stunden ab. Übernimmt ein KI-Agent das Vorsortieren der Belege, sinkt die Stundenzahl und damit der Umsatz. Das Büro kann darauf reagieren, indem es ein Ergebnis verkauft statt einer Stunde: etwa einen Monatsabschluss zu einem festen Preis bis zu einem festen Datum. Dasselbe Muster gilt für einen Handwerksbetrieb, der Offerten am selben Tag statt nach einer Woche liefert, oder für ein Ingenieurbüro, das seine Erfahrung aus hundert Projekten als wiederverwendbare Prüfliste anbietet.

Diese Erweiterung des Geschäftsmodells setzt voraus, dass die Prozesse beschrieben sind. Vorher lässt sich nicht sagen, welcher Teil einer Leistung von einer Maschine erledigt werden kann und welcher beim Menschen bleibt.

Vectoryon begleitet diesen Schritt mit einer Analyse des Geschäftsmodells: welche Teile künstliche Intelligenz angreifbar macht und welche sie stärkt. Je stärker KI-Systeme werden, desto mehr Arbeit können sie an solchen beschriebenen Prozessen übernehmen. Der Betrieb, der seine Abläufe kennt, entscheidet dann selbst, was er abgibt. Welche Aufgaben sich in einem KMU heute schon rechnen, steht unter Künstliche Intelligenz für KMU.

Was Vectoryon nicht verspricht

Vectoryon ist keine Superintelligenz und baut keine. Wir machen keine Prognose, wann eine kommt, und wir behaupten nicht, dass ein Betrieb mit Vectoryon dafür «bereit» ist. Niemand weiss heute, wie solche Systeme aussehen werden.

Vectoryon beschreibt die Prozesse eines Betriebs nicht von allein. Process hilft beim Festhalten und erzeugt Anleitungen, aber welcher Ablauf richtig ist, weiss nur der Betrieb. Diese Arbeit braucht Zeit von Menschen, die den Ablauf kennen.

Der Workspace Agent entscheidet nicht selbstständig. Schritte mit Wirkung nach aussen, etwa ein Mail an einen Kunden, gehen vorher über einen Menschen. Er ersetzt keine Fachperson: Rechtsauslegung, Steuerfragen und Beratung bleiben bei Treuhänder, Anwältin oder Ingenieur.

Vectoryon führt keine Buchhaltung und erzeugt keine Bilder und keine Videos. Wir nennen bewusst keine Zahl zur Zeitersparnis, weil solche Zahlen fast immer aus einem einzelnen Fall hochgerechnet sind. Wer eine belastbare Zahl will, misst einen eigenen Ablauf vorher und nachher.

Und Datenhaltung in der Schweiz ersetzt nicht die Pflichten des Betriebs nach dem revidierten Datenschutzgesetz. Was in der Schweiz für künstliche Intelligenz gilt, beschreibt die Seite Künstliche Intelligenz in der Schweiz.

Häufige Fragen

Gibt es heute schon eine Superintelligenz?

Nein. Heutige Sprachmodelle sind in vielen Aufgaben stark, übertreffen den Menschen aber nicht in praktisch jedem Gebiet, wie es die Definition von Nick Bostrom verlangt. Sie machen weiterhin Fehler und kennen einen Betrieb nur über die Unterlagen, die man ihnen gibt.

Wann kommt Superintelligenz?

Das weiss niemand. In der Umfrage von Grace und Kollegen unter 2'778 KI-Forschenden lag die mittlere Schätzung für Maschinen, die den Menschen in jeder Aufgabe übertreffen, bei 50 Prozent bis 2047. Ein Jahr zuvor lag dieselbe Schätzung 13 Jahre später.

Was sollte ein KMU heute tun?

Die eigenen Prozesse digital beschreiben, Abteilung für Abteilung: wer welchen Schritt macht, mit welchen Unterlagen, in welchem System und wo ein Mensch entscheidet. Das lohnt sich heute für Einarbeitung und Vertretung und schafft die Grundlage für jede Form von künstlicher Intelligenz.

Was kostet der Einstieg mit Vectoryon?

CHF 49 pro Person und Monat, mit Process, Automations und Workspace Agent. Die Vorarbeit im Betrieb, also das Beschreiben der Abläufe, hängt vom Zustand der Unterlagen ab und lässt sich nicht pauschal beziffern.

Wo liegen die Daten bei Vectoryon?

Anwendung, Dateien und das Standardmodell laufen in Schweizer Rechenzentren. Der Admin legt fest, welche KI-Modelle freigeschaltet sind. Die beteiligten Dienstleister und ihre Regionen stehen in der Datenschutzerklärung.

Quellen

  • Nick Bostrom, How Long Before Superintelligence?, 1997, International Journal of Futures Studies 1998: nickbostrom.com
  • Katja Grace u. a., Thousands of AI Authors on the Future of AI, 2024, Journal of Artificial Intelligence Research 2025: arxiv.org
  • Raiffeisen, Erkenntnisse der KMU Mittelstandstudie 2024 (Swiss Export, Kearney): raiffeisen.ch

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